In unserer chinesischen Filmecke stellen wir Ihnen Spielfilme aus der Volksrepublik China, aus Hongkong oder Taiwan vor - aktuelle Neuerscheinungen ebenso wie ältere, besonders interessante sowie außergewöhnliche Filme aus dem chinesischen Sprachraum.
Der Film dieser Seite: "Chungking Express"
des Hongkonger Regisseurs Wong Kar-Wai
Ergänzend dazu finden Sie in unserem Webkatalog unter der Rubrik "Filme und Kino" zusätzliche Informationen sowie weiterführende Links zu den wichtigsten und bekanntesten chinesischen Regisseuren und Schauspielern / Schauspielerinnen.
Chungking Express
(Hongkong 1994)
Das Genre
Drama
Die Story
In "Chungking Express" erzählt Wong Kar-Wai zwei Geschichten. In der ersten begegnet der Polizist mit der Dienstnummer 223 in einer Einkaufspassage mitten in Hongkong einer verführerischen jungen Frau mit blonder Perücke und dunkler Sonnenbrille. Er verliebt sich in sie, obwohl das Mädchen mit Drogen handelt.
In der zweiten Geschichte versucht die Kellnerin eines Nacht-Schnellimbisses, den Polizisten mit der Dienstnummer 663 zu erobern. Unter anderem dekoriert sie bei seiner Abwesenheit seine Wohnung um. Als er ihren Avancen schließlich nachgibt und eine Einladung zum gemeinsamen Bar-Besuch annimmt, platzt das Rendezvous, weil die Verliebte nicht erscheint.
Genial ist die Kameraarbeit des damals noch recht unbekannten Christopher Doyle, die maßgeblich zum großen Erfolg des Filmes beigetragen hat.
Der Kinofilm "Chungking Express" besteht aus zwei mehr oder weniger fragmentalen Geschichten, die an von kalten Neonlichtern beleuchteten Orten mitten in Hongkong spielen und die Themen Einsamkeit und Sehnsucht variieren.
Die schrillen, bunten Bilder entstanden mit einer bewusst nervös bewegten Handkamera und sind mitunter verwischt oder durch Zeitlupe bzw. Zeitraffer verfremdet. Der Regisseur Wong Kar-Wai und die Kameramänner Christopher Doyle und Wai Keung Lau haben mit einfachen technischen Mitteln eine ungewöhnliche, aufregende Bildsprache kreiert.
(Dieter Wunderlich)
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Wenn ich die Adjektive wunderschön und todtraurig höre, muss ich als allererstes an einen Film von Wong Kar-wai denken. Bereits mit seinen ersten Filmen As Tears go by und Days of Being Wild hat er eindrucksvoll bewiesen, zu was er fähig ist, bevor er sich mit Chungking Express und Fallen Angels endgültig in den Olymp katapultiert hat. Mit jedem neuen Film erobert er sich ein größeres Publikum und es ist mehr als wünschenswert, wenn dadurch auch seine früheren Filme endlich die Aufmerksamkeit genießen würden, die sie verdient haben.
(Tino Hahn)
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Neben der unglaublichen Bildsprache sind es die Off-Erzählungen der vier Hauptpersonen, die den unglaublich schnell gedrehten, über weite Strecken improvisierten "Chungking Express" zum besten Liebesfilm dieses Jahrzehnts, zum Feel Good Movie mit Herz und Verstand machen.
(www.kino.de)
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Wong Kar-wai hat einen Film gedreht, der nie zur Ruhe kommt und sich kaum Zeit nimmt, in die Tiefenstruktur der Figuren oder Ereignisse vorzudringen einen Film also, der Zeichen der Zeit wie in einem Spiegel modelliert. Was bei anderen Filmen ein Ärgernis wäre, funktioniert bei Chungking Express ganz hervorragend. Gerade dadurch, dass er nicht tiefer vordringt, öffnet er ein weites inhaltliches Spektrum, wobei er dem Betrachter viel Raum für eigene Gedanken lässt: Denn in Wong Kar-wais Film-Mosaik blitzen dermaßen viele gute Ideen auf, dass man damit gleich zehn interessante Filme füllen könnte.
(Christian Horn)